Logo Museum Bild Blatt
Logo Museum Schrift
Logo Umweltstation
Button: Schriftgröße auf Medium ändern

Dauerausstellung

Unsere Dauerausstellung wurde komplett neu konzipiert und ist seit dem 12. Oktober 2025 wieder geöffnet.

In der neuen Ausstellung werden die weltweiten Herausforderungen behandelt, welche der Klimawandel, das Artensterben und die Veränderungen in der Natur mit sich bringen. Diese spiegeln sich auch in der Entwicklung der Waldnutzung damals und heute wider. Die neue Ausstellung zeigt diese Verknüpfung zu den Krisen der Neuzeit eindrucksvoll auf. Zahlreiche interaktive Stationen laden Erwachsene und Kinder ein, sich mit dem Thema Wald und Umwelt auseinanderzusetzen.

Der "Talking Tree"

Im Stadtwald in der Nähe des Museums steht ganz besonderer Baum: der „Talking Tree“. Dieser Baum – eine Buche – kann zwar nicht wirklich sprechen, aber er zeigt auf spannende Weise, was um ihn herum passiert. Der Förderkreis des Museums (FöK) ließ den Baum mit Sensoren bestücken, die in verschiedenen Höhen und Tiefen die Temperatur und die Feuchte bzw. den Wassergehalt im Boden messen. Die erhobenen Daten werden in Echtzeit ans Museum übermittelt und können in der Dauerausstellung auf einem Monitor abgelesen werden. Auch auf der Homepage des FöK kann man einen Blick auf die Messwerte -und reihen werfen.

Unser Talking Trees macht sichtbar, wie stark Temperatur und Feuchtigkeit in unmittelbarer Nähe des Baumes variieren. Sinkt die Bodenfeuchte, gerät der Baum unter Stress: Er spart Wasser, wächst langsamer und verändert seinen Tagesrhythmus. Klima und Baumleben sind eng miteinander verknüpft – und Bäume reagieren sensibel auf Veränderungen. So wird verständlich, welche Folgen Hitzeperioden oder Trockenheit haben und warum Bäume eine wichtige Rolle für ein angenehmes und stabiles Klima spielen.

Die Holzbibliothek von Candid Huber

Ein Höhepunkt der Dauerausstellung ist die einzigartige Holzbibliothek des Ebersberger Benediktinermönchs, Priesters und Waldexperten Candid Huber (1747–1813). Ab 1788 fertigte er mit großer Sorgfalt sogenannte Holzbücher an – kunstvoll gestaltete Schatullen in Buchform, von denen jede einer bestimmten Baumart gewidmet ist.

Hubers Idee war ebenso einfach wie außergewöhnlich: Statt die Natur nur zu beschreiben, sollte sie für sich selbst sprechen. Jedes Holzbuch enthält typische Merkmale des jeweiligen Baumes, darunter Blätter, Samen, Früchte sowie ausgewählte Nütz- und Schädlinge.

Die Ebersberger Sammlung umfasst 117 Holzbücher und zählt zu den bedeutendsten ihrer Art in Europa. Nachdem sie lange Zeit als verschollen galt, konnte sie 1975 dank der Unterstützung zahlreicher Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen bei einer Auktion erworben und nach Ebersberg zurückgeholt werden.

Ausgewählte Exemplare lassen sich heute über einen innovativen digitalen Scanner bis ins Detail erkunden. Dabei werden zugleich spannende ökologische Zusammenhänge und historische Hintergründe vermittelt. Diese besondere Präsentationsform ist bislang einzigartig und wurde von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern finanziell gefördert.

Ergänzt wird die Holzbibliothek durch umfangreiche Erläuterungen, die Cadid Huber in den beiden Werken „Kurzgefasste Naturgeschichte der vorzüglichsten baierischen Holzarten“ und später „Vollständige Naturgeschichte aller in Deutschland einheimischen und einiger nationalisirten Bau- und Baumhölzer" festhielt.

 

Kurzgefasste Naturgeschichte, digitalisiert von der bayerischen Staatsbibliothek: https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10296049?page=,1

Vollständige Naturgeschichte, digitalisiert von der bayerischen Staatsbibliothek: https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10228854?page=,1

 

Darin beschreibt er nicht nur die biologischen Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten der Bäume, sondern auch die Auswirkungen von Schädlingen, Witterungseinflüssen und Übernutzung. Seine Beobachtungen zeigen ein bemerkenswert modernes Verständnis komplexer Ökosysteme, lange bevor dieser Begriff gebräuchlich wurde. Für seine botanischen Arbeiten genoss Huber bereits zu Lebzeiten hohes Ansehen und wurde mit Preisen und Ehrungen ausgezeichnet.

 

Hören Sie hier einen Radiobeitrag auf Bayern2 über die Holzbibliothek Candid Hubers: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zeit-fuer-bayern/wunderholz-candid-hubers-holzbibliothek-100.html

Museumsführungen

Für interessierte Gruppen bieten wir individuelle Museumsführungen auf Anfrage an.

Die Geschichte des Museums

Die Meilensteine in der Geschichte des Museums:

1975

Ankauf der Holzbibliothek von Candid Huber von einem Münchner Antiquitätenhändler für 22.000 Mark, welche größtenteils durch Spenden gesammelt wurden. Die Holzbücher wurden dann restauriert. 1979 wurden sie dann das erste Mal ausgestellt. Genauere Informationen zur Holzbibliothek. 

1983

Der Kultur- und Umweltausschuss des Stadtrats Ebersberg berät über den Vorschlag von Bürgermeister Hans Vollhardt, mit einem „Waldmuseum“ das sog. „Waldsterben“ ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Die Gründung eines Förderkreises wird angeregt.

1984

Die Familie Duddek aus Buch, Marktgemeinde Kirchseeon, vermacht der Stadt Ebersberg das sogenannte „Jagerhäusl“, ein altes Blockhaus aus dem 18. Jahrhundert, das in Zukunft gleichermaßen als Exponat und Kern des Museumsbau dienen soll.

1988

Der Stadtrat legt die Leitlinien für das geplante Museum fest:

Thema wird die Darstellung der Auseinandersetzung des Menschen mit dem Ökosystem Wald anhand der Wirtschafts-, Sozial-, und Kulturgeschichte; Ziel ist auch Sensibilität für das Phänomen „Waldsterben“ zu schaffen

Standort: Ludwigshöhe Ebersberg in unmittelbarer Waldnähe

Träger:    Stadt Ebersberg

Architekt: Helmut Mayer, Ebersberg erhält den Auftrag

1988

Beginn mit der Sammlung von Exponaten

1990

Abbau des Jagerhäusls in Buch und Abtransport auf die Ludwigshöhe nach Ebersberg

1993

Erster Spatenstich zum Bau des Museums

1995

Originalgetreuer Wiederaufbau des Jagerhäusls auf der Ludwigshöhe

1999

Die Umweltstation wird mit maßgeblicher Förderung durch das bayerische Staatsministerium für Umweltfragen gegründet. Die Umweltstation ist für außerschulische Umweltbildung zuständig.

2002

Beginn der Arbeit der Initiativgruppe des Förderkreises Museum Wald und Umwelt und Umweltstation Ebersberg

2003

März: Der Stadtrat beschließt die Fertigstellung  des Museums bis Frühjahr 2004. Der Förderkreis sagt umfassende Unterstützung bei Betrieb, Organisation und Fortentwicklung zu.

Mai: Eröffnung des Naturerlebnispfades

2004

15. Mai: Eröffnung des Museum Wald und Umwelt

2019

Ab Oktober: Neuer Naturerlebnispfad „Auf dem Wechsel des Ebers“

18. Dezember: Brand des Museums Wald und Umwelt; Einsatz von 120 Feuerwehrleuten zur                         Bekämpfung des Brandes

2020

Januar: Abtransport und Einlagerung der Exponate

2021

Januar: Ausschreibung für die Gestaltung der neuen Dauerausstellung

Oktober: Vergabe an das Gestaltungsbüro WEISSRAUM

2023

Oktober: Abschluss der Sanierungarbeiten am Museum

2024

Beginn Aufbau der Dauerausstellung

2025

Voraussichtliche Eröffnung der neuen Dauerausstellung

Förderkreis

Der Förderkreis des Museums (FöK e. V.) unterstützt seit seiner Gründung in 2006 aktiv Projekte und Sonderausstellungen des Museums und der Umweltstation. Der FöK beteiligt sich mit Beiträgen an Sonderveranstaltungen wie dem Internationalen Museumstag und dem Herbstfest. Finanziell unterstützt der Förderkreis auch Beschaffungen und Aktualisierungen von Ausstellungsmedien und betreibt den Museumsladen.

Literatur über das Museum

Im Museumsladen erhältlich:

  • Anne Feuchter-Schawelka, Winfried Freitag und Dietger Grosser, Alte Holzsammlungen. Die Ebersberger Holzbibliothek: Vorgänger, Vorbilder und Nachfolger, Ebersberg 2001
  • Landkreis und Kreissparkasse Ebersberg (Hg.), Kloster Ebersberg, Ebersberg 2002. Darin enthalten:
    • Stefan Breit, Der Konflikt um die Ebersberger Gemein, S. 371 - 398
    • Winfried Freitag, Die drei frühesten Waldordnungen für den Ebersberger Forst, S. 351 - 370
  • Rainer Beck, Ebersberg oder das Ende der Wildnis. Eine Landschaftgeschichte, München 2003

Im Buchhandel erhältlich:

  • A. Blauert / G. Schwerhoff (Hg.), Kriminalitätsgeschichte, Konstanz 2000 (darin: Winfried Freitag, Das Netzwerk der Wilderei. Wildbretschützen, ihre Helfer und Abnehmer in den Landgerichten um München im späten 17. Jahrhundert, S. 707 - 757)
  • Stefan von Below / Stefan Breit, Wald - von der Gottesgabe zum Privateigentum. Gerichtliche Konflikte zwischen Landesherren und Untertanen um den Wald in der frühen Neuzeit, Stuttgart 1998 (darin: Stefan Breit, Die ganze Welt in der Gemain. Ein paradigmatischer Fall aus Bayern, S. 57 - 236)
  • Elisabeth Weinberger, Waldnutzung und Waldgewerbe in Altbayern im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, Stuttgart 2001

Nur in (wissenschaftlichen) Bibliotheken erhältlich:

  • Winfried Freitag, Das Museum Wald und Umwelt in Ebersberg, in: Museum aktuell 50 (1999), S. 1979 - 1983
  • Winfried Freitag, Zum pädagogischen Ansatz des Museums Wald und Umwelt in Ebersberg, in: Museum heute, Heft 9 (1995), S. 52 -58
  • Eva Habel / Stefan Stoelzl, Das Jägerhäusl in Buch, in: Schönere Heimat. Erbe und Auftrag 81 (1992), S. 109 - 115
  • Ernst Rohmeder, Der Nonnenraupenfraß 1889/91 und der Wirbelsturm vom 14. Juli. 1894 im Ebersbergerforst, München 1933 (Diss. Uni. München)
  • Heinrich Rubner, Der Baumartenwandel in den Forsten der Münchner Schotterebene während der geschichtlichen Zeit, in: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in München, 44 (1959), S. 9 - 36